Kamil Stoch gewinnt erneut in Klingenthal
© Thomas Lenk
Weltcup Skispringen 2011
02.02.2010. Klingenthal. Der Pole Kamil Stoch hat den dritten Wettbewerb der TelDaFax FIS-Team-Tour gewonnen. In einem turbulenten Wettkampf verwies der 23-jährige vor fast 14.000 Zuschauern Thomas Morgenstern (AUT) und Simon Ammann (SUI) auf die Plätze.
Als bester Deutscher belegte Severin Freund (22, Rastbüchl) den zehnten Rang.
Nach dem ersten Durchgang lag noch sein Vereinskollege Michael Uhrmann (32) scheinbar uneinholbar in Führung. Mit 146,5 Metern hatte der Routinier für einen neuen Schanzenrekord gesorgt, ging mit elf Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz ins Finale.
Als letzter Springer zeigte er allerdings Nerven, fiel nach seinem Sprung auf nur 115,0 Meter auf den 13. Platz zurück.
Vor allem der erste Durchgang hatte es in sich. Nach Uhrmanns Rekordsatz verkürzte die Jury den Anlauf. Als nahezu gleichzeitig Rückenwind aufkam, waren die folgenden Springer chancenlos. Die Athleten aus Norwegen erwischte es am ärgsten, gleich drei Wikinger verpassten das Finale.
Auch Gregor Schlierenzauer fiel den Verhältnissen zum Opfer, kämpfte sich allerdings im Finale noch vom 17. auf den fünften Rang.
Am Ende erlebten die Zuschauer ein Wimpernschlag-Finale. Nur 1,3 Punkte trennten den Dritten Ammann von Kamil Stoch. Der Schweizer zeigte sich danach verärgert: „Ich habe heute nicht das gezeigt, was ich kann. Die Sprünge waren nicht optimal. Aber ich war auch mit einigen Entscheidungen der Kampfrichter nicht einverstanden. Thomas Morgensterns Bindung ging bei der Landung auf, ich verstehe nicht wie man dann eine 19,0 für die Haltung ziehen kann. Das hat mich den zweiten Platz gekostet.“
Der Österreicher war dagegen zufrieden: „Ich habe kein Geheimnis daraus gemacht, dass Klingenthal nicht meine Lieblingsschanze ist. Aber anscheinend können sich die Zeiten ändern. Am Ende bin ich recht gut gesprungen.“
Für Kamil Stoch bleibt Klingenthal ein gutes Pflaster: „1999 bin ich auf der Vogtlandschanze Schanzenrekord gesprungen, im Oktober habe ich hier den Grand Prix gewonnen. Ich bin froh, dass wir auch in Mannschaftsstärke sehr gut springen.“
© VSC Klingenthal